Neuausrichtung

In den 60er Jahren geriet das Laternenfest in eine Krise. Weitaus weniger Häuser als früher wurden mit Laternen bunt geschmückt, die Geschäftsleute machten sich kaum noch Mühe, ihre Schaufenster laternenfestlich zu dekorieren und erheblich weniger Besucher kamen zu dem Fest. Die Zeiten, in denen wie 1950 das Laternenfest als Höhepunkt für die ganze Stadt empfunden wurde, in dem der Magistrat, Stadtverordnete und Laternenfestausschuss mit blauweißen Laternen gemeinsam vom Schloß zum Festplatz zur Eröffnung zogen schienen vorbei zu sein.

Das Fest wurde bis 1972 vom Kur- und Verkehrsverein geplant und gestaltet. 1973 gab der Verein die Verantwortung ab. Ausgangspunkt für die Gefährdung des Heimatfestes war die Festplatzfrage. Das große Gelände am Bahnhof war mittlerweile mit Firmengebäuden bebaut und auf dem kleinen Platz vor dem Bahnhof sollte das neue Stadthaus entstehen. Es gab somit keinen Festplatz mehr. In dieser wichtigen Frage kam es zu keiner Einigung zwischen dem Magistrat und dem Kur- und Verkehrsverein, worauf der Verein sein Engagement einstellte.

Für eine Gruppe engagierter Kommunalpolitiker und Bürger aber kam eine Einschränkung oder gar ein Ende des Laternenfestes nicht in Frage. Das Laternenfest durfte nicht sterben. Abgesehen davon gestaltete sich für sie das Laternenfest nicht mehr so, wie es sich die Gründer einst vorstellten, nämlich das Zentrum des Festes in die Innenstadt zu legen.

Rund 20 Aktive bildeten 1973 einen Organisationsausschuss, aus dem ein Jahr später der „Verein zur Förderung und Gestaltung des Bad Homburger Laternenfestes e.V.” hervorging, der noch heute das Fest mit sehr viel Engagement und großem Erfolg ausrichtet. Unter diesen Voraussetzungen entwickelte sich das Laternenfest dann schnell wieder zu einem der größten und beliebtesten Heimatfeste der Region.

Zu einem festen Bestandteil gehören heute noch die Festzüge am Samstag- und Sonntagabend mit einer Prämierung der gelungensten Festwagen, der Kinderfestzug am Montagabend ebenfalls mit der Prämierung der schönsten Laternen, das Kinderfest hinter der russischen Kirche, die Krönung der Laternenkönigin und das Abschlussfest im Jubiläumspark mit einem kurzweiligen Programm und großem Höhenfeuerwerk. Die Laternenkönigin ist Repräsentantin und Mittelpunkt des Festes und wird seit vielen Jahren von Sponsoren aus der Stadt Bad Homburg und aus der Umgebung ausgestattet.

Das Laternenfest hat sich im Laufe der Jahre verändert und modernen Zeitströmung angepasst. Es erlebte und erlebt Höhen und Tiefen. Der Kommerz hat auch hier nicht Halt gemacht und die vielen Hinterhöfe und privaten Initiativen waren zwischenzeitlich fast verschwunden. Doch seit einigen Jahren belebt sich die Mitwirkung der Bürgerschaft wieder mehr. Positives Beispiel ist die Altstadt. Hier engagieren sich seitdem die Stadt überbordenden Auswüchsen erfolgreich begegnet ist wieder Anwohner und Gastbetriebe. Es entwickelt sich hier ein eigener Kosmos mit ruhigen und gemütlichen Ecken und Höfen, mit kulinarischen und kulturellen Angeboten und mit Anziehungspunkten für Familien. Und die Altstadtbewohner selbst quittieren das mit zunehmender Akzeptanz.

Zahlreiche rechtliche Auflagen, und auch manches Mal das Unverständnis von Anwohnern für die Einschränkungen, die ein großes Fest in der Innenstadt nun mal mit sich bringt, erschweren oft die Organisation. Bedauerlich ist auch, dass immer weniger Anwohner und Geschäftsinhaber ihre Anwesen schmücken und mit Licht dekorieren.

Aber solange es Menschen gibt, die dieses Fest mit Liebe und Herzblut gestalten und ausrichten und Vereine, die aktiv bei den Festzügen dabei sind, Festwagen bauen und mit Ständen für Essen und Trinken das Angebot für die Besucher ergänzen, wird unser schönes Laternenfest weiter bestehen.

Und ganz besonders gilt dieses auch für die Stadt Bad Homburg und für die behördlichen und ehrenamtlichen Organisationen wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, denen der Laternenfestverein ganz herzlich für Ihre Mitwirkung im Sinne der Bad Homburger Bürger und Einwohner und ihrer Gäste dankt.